Warum Weidemanagement so wichtig ist

Eine Weide ist kein Selbstläufer. Ohne gezielte Pflege und Bewirtschaftung verkommen Pferdeweiden schnell: Problemgräser und giftige Pflanzen breiten sich aus, der Boden verdichtet sich, und Parasiten finden optimale Bedingungen. Gutes Weidemanagement schützt nicht nur die Weide, sondern auch die Gesundheit Ihrer Pferde.

Saisonaler Überblick: Was ist wann zu tun?

Frühjahr (März – Mai)

  • Weide erst bei ausreichend trockenem Boden betreten (keine Trittschäden)
  • Winterschäden ausbessern: Löcher zuschütten, Narben nachsäen
  • Erste Schnitthöhe nicht unter 8–10 cm (Gräser nicht überlasten)
  • Koppelwechsel einplanen – Umtriebsweide ist dem Dauerstandort überlegen
  • Schnellwachstum im Frühjahr: Zuckergräser können Hufrehe auslösen – vorsichtig einweiden

Sommer (Juni – August)

  • Bewuchs regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf nachmähen
  • Kot täglich oder mehrmals wöchentlich aufsammeln (reduziert Parasitenlast)
  • Auf Trockenstress achten: Bei Hitze Weidepausen einplanen
  • Giftige Pflanzen (Jakobskreuzkraut, Adlerfarn) konsequent entfernen

Herbst (September – November)

  • Weide ausmähen und Aufwuchs mulchen
  • Nachsaaten einbringen, solange Bodentemperaturen über 8 °C
  • Zaunmaterial winterfest machen, Weidewasser-Versorgung sichern
  • Weidepausen einplanen, wenn Boden aufweicht

Winter (Dezember – Februar)

  • Weide möglichst nicht betreten – Bodenschutz hat Priorität
  • Paddock oder befestigten Auslauf als Alternative nutzen
  • Zäune kontrollieren und reparieren

Umtriebsweide vs. Standweide

Bei der Umtriebsweide wird die Gesamtfläche in mehrere Koppeln aufgeteilt, die abwechselnd beweidet und sich erholen. Dies ist der Standweide (immer dieselbe Fläche) klar überlegen: Das Gras hat Zeit zur Regeneration, Parasitenlarven sterben durch Austrocknung ab, und die Grasqualität bleibt langfristig besser.

Als Faustregel gilt: Pro Pferd sollten etwa 0,3 bis 0,5 Hektar Weidefläche zur Verfügung stehen – je nach Graswuchs, Rasse und Haltungsintensität.

Giftige Pflanzen erkennen und entfernen

Besonders gefährlich für Pferde sind unter anderem:

  • Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea): Verursacht Leberschäden, oft tödlich
  • Eibe: Alle Teile hochgiftig, bereits kleine Mengen können tödlich sein
  • Adlerfarn: Enthält Thiaminase, langfristig schädlich
  • Herbstzeitlose: Gesamte Pflanze giftig, besonders in Heu gefährlich

Befallene Stellen regelmäßig kontrollieren und giftige Pflanzen konsequent mit Wurzel entfernen oder fachgerecht bekämpfen.

Zaunplanung und -sicherheit

Der Zaun ist nicht nur eine Abgrenzung, sondern ein Sicherheitselement. Für Fohlen sind Holzlatten- oder Paddockzäune besonders geeignet, da sie kein Verletzungsrisiko durch Draht bieten. Elektrozäune funktionieren bei gut eingewöhnten Pferden gut, sind für Fohlen aber erst nach entsprechender Eingewöhnung sinnvoll.